Verregnete Ferientage sind ideale Museumstage und so fuhren wir mal wieder nach Antwerpen, mit dem Sommerticket der belgischen Bahn sogar besonders günstig.
Unser Ziel war diesmal das MAS, das berühmte „Museum aan de Stroom“, Antwerpens neues Wahrzeichen, das nach 5-jähriger Bauzeit im Mai dieses Jahres eröffnet worden war.
Vom Bahnhof aus brachte uns die Buslinie 17 bis zum van Schoonbekeplein, von dem aus man noch ca. 100m bis zum Museum laufen muss. Was für ein Anblick! Staunend blieben wir trotz des strömenden Regens stehen, um den majestätischen Turm aus roten Sandsteincontainern und geschwungenen Glasflächen in seiner ganzen Schönheit zu bewundern.
Drinnen ging es äußerst geschäftig zu, gleichzeitig waren offenbar eine Gruppe Kindergartenkinder, eine Gruppe Rollstuhlfahrer und diverse Seniorenvereine eingelaufen – Dank der 4 besetzten Kassen verlief der Kartenerwerb relativ zügig. Da der Museumsbau an sich sowie die Aussichtsplattform im 10. Stock und das Restaurant gratis besucht werden können, arbeitet das Museum mit Stickern als Eintrittskarten für die kostenpflichtigen Ausstellungsräume, die man sich deutlich sichtbar ans Gewand heften darf. Leider bemerkte ich erst auf der Rolltreppe nach oben, das der Eintritt zur Sonderausstellung „“Meesterwerken in het MAS““, wegen der wir eigentlich gekommen waren, in Zeitfenstern erfolgt. Die Dame an der Kasse hatte uns um halbzwölf noch ein Ticket für das Zeitfenster 10-12 Uhr verkauft! Fand ich jetzt nicht besonders nett, aber da um 12 Uhr niemand kam, um uns raus zu werfen, blieben wir selbstverständlich so lange, bis wir alles ausgiebig bewundert hatten. Danach knurrte uns gewaltig der Magen und wir wollten dem in der Presse rühmend erwähntem Restaurant im 9. Stock einen Besuch abstatten – leider vergeblich, den es war ohne Angaben von Gründen geschlossen. Also begnügten wir uns mit einem Müsliriegel und widmeten uns den anderen Ausstellungsräumen. Besonders gut gefiel uns das „Kijkdepot“ – ein Teil des Museumsdepots ist öffentlich zugänglich und man kann nach Herzenslust in Archivladen und Vitrinen stöbern. Die anderen Abteilungen (Machtentfaltung, Weltstadt, Leben und Tod) sprachen uns jetzt nicht so an, v.a. dass man sich in einige Abteilung erst durch einen stockdunklen Raum tasten musste, empfand ich eher störend. Dochterlief war jedoch höchst beeindruckt von den „Spurenräumen“, in denen Besucher eine Spur hinterlassen können, die mit dem Ausstellungsthema zu tun hatte. Konkret bedeutete das, dass man in der Seefahrtabteilung eine Flaschenpost absenden und dafür die eines anderen Besuchers mitnehmen konnte und in der Abteilung „Tod und Leben“ gute Wünsche hinterlassen durfte.
Den meisten Eindruck machte jedoch das Gebäude an sich, der rote Sandstein passt perfekt zu den alten Lagerhäusern des Antwerpener Hafens. Fährt man mit der Rolltreppe empor, eröffnet sich durch die geschwungenen Glasscheiben ein grandioser Blick über die Stadt, als würde man direkt in den Himmel fahren. Durch ihre geschwungen Form sind die Glasscheiben viel stabiler als gerade Glaswände und benötigen daher keine weiteren Stützten, die den Blick stören würden. Und wenn die Sonne hinein scheint, malen die geschwungenen Fenstergitter ein fröhliches Muster auf den Boden, das perfekt mit den übrigen Formen harmoniert.
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