Dienstag, 29. März 2011

Friet statt Politik - Studentenproteste wegen Regierungskrise


289 Tage nach der Wahl vom 13. juni 2010 haben Belgiens Politiker immer noch keine regierungsfähige Mehrheit bilden können und halten damit den weltweiten Rekord. In verschiedenen Studentenstädten hat die Studentenbewegung „niet in onze naam jong“ zu diversen Demonstrationen aufgerufen und teilt gratis Frietjes aus. Ähnliche Veranstaltungen gab es bereits zum 249-tägigen Jubiläum, damals reiste sogar eine Delegation aus dem Irak an und überreichte Belgien symbolisch den Wanderpokal. Im Irak brauchte man 249 Tage zur Regierungsbildung, doch bis diese durch das Parlament effektiv genehmigt war, gingen insgesamt 289 Tage ins Land. Diesen Rekord hat Belgien mit dem heutigen Tag gebrochen, und das will „Niet in onze Naam Jong“ nicht sang- und klanglos vorbeigehen lassen. Mit der Aktion „op naar het Frietplein!“ wollen sie zentrale Plätze in den Städten besetzen und umtaufen in „Frietplein“ – „Frittenplatz“ - analog zu den Aktionen auf dem Tahrirplatz in Kairo. In Leuven haben sich bereits zahlreiche Demonstranten auf dem Ladeuzeplein eingefunden, abzuwarten bleibt, wie viele Menschen sich in Gent (Kouter), Luik (Place Saint-Lambert), Antwerpen (Handschoenmarkt), Brussel (Flageyplein), Namen (Place Saint-Aubain) und Louvain-la-Neuve (Place des Wallons) einfinden werden, der Höhepunkt der Aktion wird zwischen 18:00 und 21:00 erwartet.

„Niet in onze Naam “ fordert die Schaffung eines nationalen Wahlkreises, die Beibehaltung der Sozialen Sicherheit auf föderaler Ebene, die Anhebung der Finanzierungen für das Unterrichtswesen und die Einführung von Niederländisch und Französisch als Pflichtfächern in der Schule.