Dienstag, 24. Februar 2009

Yes, we can

Die Frage nach Obamas Lieblingsspruch durfte natürlich nicht fehlen, als am letzen Samstag die Vorrunde zur Wahl der „klügsten Frau Flanderns“ über die Bühne ging. Veranstaltet wurde das Quiz von der KAV, der christlichen Arbeiterbewegung für Frauen. Gut 750 Frauen hatten sich für die 3 Vorrunden in Tienen, Puurs und Wiegene eingeschrieben. Das Quiz dauerte insgesamt 4 Stunden und gefragt wurde eigentlich alles – aktuelle Politik, Geographie, päpstliche Untaten, belgische Sprichwörter und Hausfrauentricks, erotische Eskapaden aus dem Tierreich, chemische Verbindungen und mathematische Rätsel – uns rauchte ganz schön der Kopf doch am Ende schafften wir es als 10. Gruppe von 30 unter die letzten zwölf – das heißt, in 3 Wochen auf zum Finale nach Brüssel!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Wohin mit dem kranken Kind

Als selbständig von zu Hause aus arbeitende Mama hatte sich das Problem nie gestellt: wurde das Kind krank, blieb es eben daheim bei mir und ich legte meine Arbeitszeiten in seine Schlafphasen. Das änderte sich schlagartig, als ich eine Unterrichtsvertretung annahm. Denn natürlich wurde das Kind ausgerechnet in der Woche krank, in der ich absolut nicht zu Hause bleiben konnte. Für einen Tag konnte der Papa einspringen, aber mehr war nicht drin. Für ein gesundes Kind hätte ich in der Nachbarschaft Betreuung organisieren könne, doch ein krankes will natürlich niemand – ohne Familie am Ort steht man ganz schön dumm da.
Im Internet stieß ich auf die „familiehulp“ und fand sofort Unterstützung: unsere Krankenkasse bietet einen Babysitterdienst für erkrankte Kinder berufstätiger Eltern. Montag früh telefonierte ich mit dem zuständigen Sachbearbeiter und bereits mittags erhielt ich einen Rückruf, dass ab Dienstag früh ein Babysitter ins Haus kommen würde. Dochterlief fand das alles höchst spannend und war ganz enttäuscht, als ich am Nachmittag viel zu früh wieder heimkehrte. Maximal 100 Stunden pro Jahr und Kind darf man diesen Service in Anspruch nehmen – ich hoffe doch, dass wir ihn nicht so oft benötigen – aber es ist gut zu wissen, dass es so etwas gibt.

Freitag, 13. Februar 2009

Was lange währt ....

In der freien Wirtschaft hatte ich sie nicht gebraucht, doch für den Schuldienst ist sie leider unerlässlich: die Anerkennung meiner deutschen Studienabschlüsse durch das belgische Bildungsministerium. Als wir vor nunmehr fast 9 Jahren nach Belgien zogen, hatte ich bereits einen halbherzigen Versuch in dieser Richtung unternommen. Die zuständige Behörde ist NARIC – VLAANDEREN: National Academic (& Professional) Recognition and Information Centre und gibt auf ihrer Website ausführliche Informationen über die benötigten Formulare und den Ablauf des Anerkennungsprozesses. Leider verstand ich damals nur die Hälfte dessen, was verlangt wurde und auch eine telefonische Auskunft brachte mich nicht weiter, dem zuständigen Sachbearbeiter war es völlig unverständlich, dass jemand mit einem Universitätsabschluss zu dämlich sein könne, die erforderlichen Formulare beizubringen und hielt sich erst gar nicht damit auf, mir zu erklären, was mit den genannten Formulare eigentlich genau gemeint sei.

Leider begegnet man sich immer zweimal im Leben und sah ich mich vor 3 Monaten gezwungen, einen erneuten Versuch in Sachen Zeugnis-Anerkennung zu starten. Immerhin wusste ich inzwischen, dass hier nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und wenn es ein Formular nicht gibt, dann textet man es eben selber. Also kopierte ich außer den Zeugnissen auch noch jeden Seminarschein, den ich jemals erhalten hatte, verfasste ein dazu passendes „Diploma-Supplement“ und schickte den ganzen Kram Ende November in vierfacher Ausfertigung zusammen mit vier Dissertationsexemplaren als eingeschriebenes Paket nach Brüssel. Nach 2 Tagen erhielt ich ein Schreiben mit der Bestätigung, dass die Unterlagen eingetroffen seien und man sie zunächst auf „Vollständigkeit“ prüfe. Danach hörte ich erst mal nichts mehr. Laut Website solle der Anerkennungsprozess 3 Monate in Anspruch nehmen, Kollegen an der Uni sprachen sogar von 6-12 Monaten.

Ich hatte Glück: bei mir dauerte es nur 3,5 Monate. Natürlich kam der Bescheid an einem Tag, an dem ich Vollzeit arbeiten musste, natürlich regnete es in Strömen und wie immer ließ der Briefträger die Briefkastenklappe offen stehen. Das kostbare Dokument war triefnass, als ich es endlich bergen konnte, zum Glück war die Schrift nicht zerlaufen und die gescannten Kopien schauen ganz manierlich aus. Ich hoffe nur, ich muss nie das Original vorlegen.