Freitag, 13. Februar 2009

Was lange währt ....

In der freien Wirtschaft hatte ich sie nicht gebraucht, doch für den Schuldienst ist sie leider unerlässlich: die Anerkennung meiner deutschen Studienabschlüsse durch das belgische Bildungsministerium. Als wir vor nunmehr fast 9 Jahren nach Belgien zogen, hatte ich bereits einen halbherzigen Versuch in dieser Richtung unternommen. Die zuständige Behörde ist NARIC – VLAANDEREN: National Academic (& Professional) Recognition and Information Centre und gibt auf ihrer Website ausführliche Informationen über die benötigten Formulare und den Ablauf des Anerkennungsprozesses. Leider verstand ich damals nur die Hälfte dessen, was verlangt wurde und auch eine telefonische Auskunft brachte mich nicht weiter, dem zuständigen Sachbearbeiter war es völlig unverständlich, dass jemand mit einem Universitätsabschluss zu dämlich sein könne, die erforderlichen Formulare beizubringen und hielt sich erst gar nicht damit auf, mir zu erklären, was mit den genannten Formulare eigentlich genau gemeint sei.

Leider begegnet man sich immer zweimal im Leben und sah ich mich vor 3 Monaten gezwungen, einen erneuten Versuch in Sachen Zeugnis-Anerkennung zu starten. Immerhin wusste ich inzwischen, dass hier nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und wenn es ein Formular nicht gibt, dann textet man es eben selber. Also kopierte ich außer den Zeugnissen auch noch jeden Seminarschein, den ich jemals erhalten hatte, verfasste ein dazu passendes „Diploma-Supplement“ und schickte den ganzen Kram Ende November in vierfacher Ausfertigung zusammen mit vier Dissertationsexemplaren als eingeschriebenes Paket nach Brüssel. Nach 2 Tagen erhielt ich ein Schreiben mit der Bestätigung, dass die Unterlagen eingetroffen seien und man sie zunächst auf „Vollständigkeit“ prüfe. Danach hörte ich erst mal nichts mehr. Laut Website solle der Anerkennungsprozess 3 Monate in Anspruch nehmen, Kollegen an der Uni sprachen sogar von 6-12 Monaten.

Ich hatte Glück: bei mir dauerte es nur 3,5 Monate. Natürlich kam der Bescheid an einem Tag, an dem ich Vollzeit arbeiten musste, natürlich regnete es in Strömen und wie immer ließ der Briefträger die Briefkastenklappe offen stehen. Das kostbare Dokument war triefnass, als ich es endlich bergen konnte, zum Glück war die Schrift nicht zerlaufen und die gescannten Kopien schauen ganz manierlich aus. Ich hoffe nur, ich muss nie das Original vorlegen.