Samstag, 4. Oktober 2008

Ende September beginnt der Chiro


Wir haben wieder einen großen Schritt in Sachen Sozialisation unternommen: dochterlief ist seit letzen Sonntag stolzes Mitglied im Chiro, der größten Jugendbewegung in Flandern. Sie läßt sich wohl am ehesten mit den Pfadfindern vergleichen. Der Name leitet sich von den griechischen Buchstaben Chi und Rho (Christus Rex), da sich die Chirogruppen aus den Sonntagsschulen im 19. Jh. entwickelt haben. Im Laufe der Jahre ist daraus eine eher pluralistische Bewegung entstanden, die Jungen und Mädchen aller Nationen und Religionen offensteht. Für einen Jahresbeitrag von ca. 25€ (inklusive Versicherung) spielen und sporteln die Kinder jeden Sonntagnachmittag unter Leitung von entsprechend geschulten Teenagern und Erziehern. Und da Sport die beste Prävention für spätere Zipperlein ist, wird der Beitrag von den meisten Krankenkassen vollständig oder zumindest teilweise zurückerstattet.
Wer Sonntagnachmittag in Belgien unterwegs ist, ist ihnen sicher schon begegnet: Kinder oder Jugendliche im Rudel, in roten T-Shirts und beigen Shorts oder Miniröcken, die sich sportliche Wettkämpfe liefern oder auf “Schatzsuche” sind. Dochterlief sitzt noch bei den Allerkleinsten, den “Ribbeltjes”, die meistens auf dem sicher umzäunten Park hinter dem Gemeindehaus spielen. Aber sie freut sich jetzt schon auf die Sommerferien, denn dann gehen sie alle zusammen zelten. Ohne die Eltern, versteht sich. Allerdings auch ohne ihre Verehrer, denn in ihrer Chirogruppe sind Jungs und Mädchen getrennt. Aber das findet sie nicht schlimm, denn eigentlich spielt sie jetzt sowieso lieber mit Mädchen. Jungs können nämlich keine “beste Freundin” sein. Und Diddl-Blätter tauschen wollen sie auch nicht.