Sonntag, 21. September 2008

Bokrijk - Tag der essbaren Landschaft

Wir hatten lieben Besuch aus den Niederlanden und nutzten das schöne Wetter mal wieder für einen Ausflug ins Freilichtmuseum Bokrijk, das heute im Zeichen der „essbaren Landschaft“ stand. Jedes Jahr zur Erntedankzeit findet dort ein großer Markt statt, auf dem die Bauern, Obstzüchter, Kräuterfrauen und Imker der Umgebung ihre Produkte anbieten. Sehr beliebt sind auch die Demonstrationen zum Bier- und Genever-Brauen mit anschließender Verkostung. Wer danach noch gehen kann, hat Gelegenheit, sich im Stelzenlaufen zu versuchen oder auf einem Hochrad von 1900 zu balancieren. Dochterlief kettete unseren Gast erst an den Pranger und steuerte dann den Snoepwinkel an, um ein paar „echte Nasen“ zu erstehen, kegelförmiges Zuckerwerk, das mit Himbeersirup gefüllt ist.

Montag, 15. September 2008

Süßer die Glocken nicht klingen .....






Dochterlief hätte ohne Probleme den ganzen Tag in Technopolis verbringen können aber wir Eltern hatten nach 5 Stunden genug und wollten den schönen Tag noch für einen Stadtbummel nutzen.

Mechelen war zu Habsburger Zeiten die Hauptstadt der Niederlande und daher haben sich in der Innenstadt viel schöne Prachtbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. Berühmt ist die Stadt auch für ihre zahlreichen Glockentürme, der bekannteste ist der der Kathedrale Sint-Rombouts mit seinem Carillon aus 49 Glocken. In Mechelen befindet sich auch die älteste und weltberühmte Glockenspielschule des Jef Denijn.
Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die letzen Minuten des traditionellen „Glockenwerfens“ zu erleben: an jedem zweiten Sonntag im September werden über ein Seil vom Turm der Kathedrale hinüber zum Rathaus 20 Glocken herabgelassen, die sich über dem Marktplatz öffnen und jeweils 20 kleine rote Plastikglöckchen in die dort versammelte Menschenmenge fallen lassen. Jeder versucht, ein solches Glöckchen zu ergattern, denn die wenigen nummerierten Exemplare kann man beim Bürgermeister gegen ein echtes Bronzeglöckchen mit eingravierter Inschrift (Klokjeswerpen Mechelen 2008) tauschen. Das Glockenfangen ist nichts für Weichlinge, nicht ohne Grund steht ein Rotkreuzwagen parat, um zerbeulte Köpfe, blutige Nasen und zertretene Finger zu behandeln. Wir kamen ohne Blessuren, allerdings auch ohne Glocke davon und stärkten uns mit einem Bierchen in einem der zahlreichen Straßencafés.
Der geplante Besuch des berühmten Beginenhofes verlief allerdings im wahrsten Sinn des Wortes im Sande – die Mechelner Innenstadt ist schon seit Jahren eine einzige Wanderbaustelle. Diesmal waren die hinter der Kathedrale liegenden Verbindungsstraßen zum Beginenhof aufgerissen, so dass wir beschlossen, uns dieses Kulturdenkmal für einen späteren Besuch aufzuheben. Stattdessen entdeckten wir in einem lauschigen Innenhof hinter der Kathedrale das gemütliche griechische Lokal Zorba, in dem wir bei den Tag bei einer leckeren Fischplatte ausklingen ließen.

Lizenz zum Gelddrucken – Technopolis



Dochterliefs Sandkastenfreund A. hat neuerdings die Taschen voller Geld – stapelweise Banknoten mit seinem eigenen Konterfei darauf, selbst gedruckt in Kinderbank von Technopolis. Dieses Erlebnis wollte sich unsre Tochter natürlich auch nicht entgehen lassen und so nutzten wir gestern das schöne Wetter zu einem Ausflug nach Mechelen und verbrachten den Vormittag im technischen Museum, in dem auf spielerische Weise technische Geräte oder physikalische Phänomene erläutert werden. Ausprobieren ist hier die Devise und deshalb findet man auch so gut wie keine „bitte nicht berühren“ Schilder, sondern alles darf und soll angefasst, betreten und bewegt werden.


Der Spaß begann bereits vor dem Museum, wo dochterlief ganz allein ein richtiges Auto per Seilzug in die Luft hieven konnte – Hebelwirkung machte es möglich. Im Flugsimulator legte sie einen vorbildlichen Start mit anschließender Bruchlandung hin, um sich anschließend in der Abteilung Wasser selber in eine Seifenblase einzuschließen und den Wassergehalt diverser Lebensmittel zu bestimmen. Eine andere Abteilung befasste sich mit dem menschlichen Körper, eine weitere mit Musik (instrumenten) und Klang. Den krönenden Abschluss bildete der Besuch im „Tu-Zentrum“, in dem 6-8 Jährige die Erwachsenenwelt nachspielen können: außer der besagten Bank mit dem Gelddruckautomat gab es noch diverse Geschäfte, in der man das frisch gedruckte Geld dann ausgeben konnte: eine Pizzeria, einen Supermarkt, sogar eine Autogarage und ein echter Krankenwagen mit Tragbahre und Sirene.
Für den kleinen oder größeren Hunger zwischendurch gibt es eine Cafeteria, in der zumindest der Kaffee und die belegten Baguette wirklich gut waren. Um das Museum herum befindet sich noch ein kleiner Park mit einem großen Schachspiel und weiteren Experimentierplätzen.
Ein lohnenswertes Ausflugziel für Familien mit Kindern ab ca. 7 Jahre – bei Regenwetter muss mit großem Andrang und entsprechend langen Wartezeiten an den Attraktionen gerechnet werden.