Sonntag, 29. Juni 2008

Tag der Alten Musik in Alden Biesen


Das Wasserschloss Alden Biesen, eine Gründung des Deutschen Orden, bildet jedes Jahr die malerische Kulisse für Sommerkonzerte und andere musikalische oder künstlerische Veranstaltungen. Zum 25jährigen Jubiläum dieser Konzertveranstaltungen fand an diesem Wochenende ein großes Symposium zum Thema „Musik und der Deutsche Orden“ statt. Während der Samstag Fachleuten und Ordensangehörigen vorbehalten war, hatte am Sonntag auch das gemeine Volk gegen Entrichtung eines Obulus von 5,00€ (viele Konzerte extra) Zugang zu allen Freilichtveranstaltungen.

Bei herrlichstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um die 24 Grad spazierten wir durch die Innenhöfe, lauschten den Darbietungen der modernen Troubadours Ménestrels de Mordini, beobachteten heftige Turnierkämpfe und ließen uns von den Mitgliedern der französischen Vereinigung Saint-Jean-De-Dieu in die Herstellung und den Gebrauch mittelalterlicher Waffen einweisen. Dochterlief durfte den Schleifstein drehen und zeigte sich v.a. vom Gewicht der Kettenhemden beeindruckt, die in mühsamer Handarbeit Kettenglied für Kettenglied zusammengefügt wurden.
Danach war ihr Bedarf an dieser „komischen Musik“ gedeckt und wir lieferten sie für 1,5 Stunden bei einem Mittelalterworkshop für Kinder ab, in dem sie etwas über die Entstehung der Wappen und Schildfarben lernten und sich danach selber einen Pappschild basteln durften.

Die Eltern gönnten sich derweil einen Kaffee und zwei weitere Konzerte: das belgische Bläserensemble Oltremontano und das englische Trio Mediv Alta. Ich hätte ja liebend gerne den Lautenspieler und Sänger Brice Duisit bei seiner Darbietung von mittelalterlichen Chansons und Balladen des „Marcabru“ erlebt, doch leider waren beide Konzerte ausverkauft. Wenigstens gab es eine CD des Konzerts.

Sonntag, 15. Juni 2008

De Boom in - auf die Bäume!

Gestern Nachmittag fand auf Schloss Meylandt in Zolder das Kunsthappening „De Boom in“ statt, bei dem die Kunstakademie die Werke von fast 1900 Schülern zwischen 6 und 18 Jahren zeigte. Dochterlief besucht seit Anfang des Schuljahres die Anfängerklasse und hat schon tolle Bilder nach Hause gebracht.
Der ganze Schlosspark war an diesem Wochenende in einen Märchenwald verwandelt worden, in dem die Kinder auf Spurensuche nach Hexen, Trollen, und Elfen gingen, den Fliegenpilzen die weißen Flecke aufmalten und mit den Kaboutern (Zwergen) um die Wette tanzten. Den Wald durfte man nur mit Zauberhut betreten, den man gegen einen bescheidenen Obulus von 3,00€ vor Ort erwerben konnte - nach erfolgreicher Trollsuche gab es noch Süßgkeiten und einen Gutschein für eine Kirmesattraktion.
Überall in und unter den Bäumen, unter Büschen, auf kleinen Lichtungen und entlang des Bachufers waren die Kunstwerke aufgestellt, aus regenfest präparierter Pappmaché geformte Maulwürfe, Spinnen, Frösche, Blumen, Vögel, Katzen, Hunde in allen Farben – es war trotz des Dauerregens ein beeindruckendes Bild. Hut ab vor den Kunsterziehern und Artisten, die stundenlang gutgelaunt im Regen ausharrten, um den Besuchern einen unvergesslichen Nachmittag zu bereiten. Auf dem Schlosshof fand eine Kirmes statt, mit den üblichen Glücksspielen und sogar einem Riesenrad, in dem dochterlief ganz alleine eine Runde drehte – bis fast zu den Wolken. Am besten aber hat ihr die Gänsekapelle gefallen – zwei Musikanten, die mit einer Reihe Graugänse durch die Menge zogen – jetzt wissen wir, warum das „Gänsemarsch“ heisst!

Samstag, 7. Juni 2008

Lillo unabhängig – ein kleines Dorf muckt auf



Seit Jahrzehnten wird sie diskutiert, die Nord-Südverbindung durch Limburg, die u.a. den Durchgangsverkehr von und nach den Niederlanden beschleunigen soll (Ausbau der Strecke Eindhoven-Liège via Hasselt).
Zwei Hauptvorschläge kristallisierten sich heraus, eine Untertunnelung des Stadtzentrum von Houthalen, das bislang von einer Schnellstraße durchschnitten wird oder ein Umleitungsweg durch die umliegenden Stadtteile.
Das Thema Umleitungsweg war eigentlich schon Anfang 2000 vom Tisch, da er große Teile eines Naturschutzgebietes zerstört hätte und außerdem für die Anwohner eine viel größere Belastung darstellen würde als der Tunnel: Gut 20 Häuser hätten enteignet werden müssen, der Rest hätte künftig unter einer Brücke gewohnt. Da erkannten auf einmal die Bürgermeisterin der Nachbargemeinde und die Befürworter einer großen Müllverbrennungsanlage das wirtschaftliche Potential eines solchen Umleitungsweges und auf einmal ist er wieder im Gespräch.
Die Anwohner der betroffenen Gemeindeteile sind natürlich stinksauer. Und gehen auf die Barrikaden. Wir auch. Schließlich wollen wir nicht unter einer Autobahnbrücke leben. Neben einem offiziellen und fachlichen Einspruch bei den zuständigen Behörden versucht das Aktionskomitee Om-U möglichst viel Öffentlichkeit zu erreichen. Seit dem 21. April läuten jeden Abend die Notglocken in Lillo. Seit Anfang Mai stehen fast alle Häuser symbolisch zum Kauf – wegen Onleefbarkeit („Unlebbarkeit“). Am Pfingstmontag war eine große Wanderung entlang der Route der geplanten Trasse, um aufzuzeigen, wie viel Naturreservate und Wohngebiete zerstört würde.
Heute nun hat Lillo seine Unabhängigkeit ausgerufen, mit eigener Fahne, einem Grenzposten und einer Kinderbürgermeisterin und Kinder-Schöffen – denn die Kinder wird es am meisten treffen. Ein beachtlicher Demonstrationszug legte zwischenzeitlich den Verkehr lahm – die meisten Autofahrer trugen es mit Fassung, einige schlossen sich sogar der Demo an.
Dochterlief findet den ganzen Rummel natürlich nur Klasse und hat für ihr zartes Alter schon reichlich Demonstrationserfahrung. Unser Haus liegt zum Glück etwas abseits der geplanten Wegstrecke, aber bei ihrem Spezel A. würde er direkt hinter dem Garten vorbeilaufen. Vorbei wäre es mit den schönen Spielstunden im Baumhaus. Und das geht natürlich gar nicht. Recht hat sie. Man darf sich nicht alles gefallen lassen. Ob es was bringt, wird sich zeigen. Aber zumindest haben wir es probiert. Und schafften es sogar ins Fernsehen auf die Titelseite der belgischen "Bildzeitung" für Limburg ;-)

Sonntag, 1. Juni 2008

Bokrijk - Spielplatz und Arboretum














Der erste Junitag zeigte sich von der sommerlichen Seite und wir beschlossen, den Tag in Bokrijk zu verbringen. Das Freilichtmuseum feiert dieses Jahr 50jähriges Jubiläum und lockt mit zahlreichen Veranstaltungen. Außerhalb des Museums (und damit gratis) liegt ein gewaltiger Spielplatz, der wohl jedes Kinderherz zwischen 2 und 12 Jahren höher schlagen lässt. Er ist in zwei Areale aufgeteilt, einem sogenannten „Kleutertuin“ für das Kindergartenalter mit zahlreichen Sandspielmöglichkeiten und gemäßigten Schaukeln, Klettergerüsten und Rutschen und einem riesigen Gelände für die Großen, mit meterhohen Rutschtürmen und komplizierten Klettergestellen. Außerdem gibt es noch eine (kostenpflichtige) Minigolf- und Racingbahn sowie einen Streichelzoo mit Hühnern, Ponys, Ziegen und Kaninchen.
Nachdem dochterlief sich ausgetobt hatte, machten wir noch einen Abstecher ins Arboretum, einem ausgedehnten Garten mit verwunschenen Pfaden und zahlreichen mehr oder weniger wild wuchernder Pflanzen, der vor allem für seine Stechpalmen und Farne bekannt ist, zu dieser Jahreszeit aber voll blühender Wildpflanzen stand.