Sonntag, 18. Mai 2008

Belgisch Essen in Maastricht










Maastricht im südlichsten Zipfel der Niederlande ist ein beliebtes Ausflugsziel, gilt es doch mit seinen vielen Straßencafés und Feinschmeckerrestaurants unter den Belgiern als die „am meisten burgundische“ Stadt der Niederlande. An jedem ersten Sonntag im Monat tummeln sich dort auch viel deutsche Touristen, um die Shoppingmöglichkeiten der Innenstadt zu nutzen.

Auch wir erkoren es an einem trüben Sonntag als nahes Ausflugsziel und landeten auf dem Marktplatz zunächst mitten in der St.-Servatius-Prozession, die immer am Sonntag nach dem Namenstag dieses Eisheiligen (13. Mai) abgehalten wird. Das Zuschaueraufkommen hielt sich bei dem trüben Wetter in Grenzen und so war es auch kein Problem, in einem der zahlreichen Esscafés gegenüber der Liebfrauenkirche Platz zu finden.

Frisch gestärkt absolvierten wir die übliche Sightseeingtour zwischen den beiden Hauptkirchen und spazierten hinunter zum Maasufer, wo man bei der Reederei Stiphout eine Bootstour über die Maas buchen kann oder nördlich der Wilhelminabrug sein Bewusstsein auf ganz andere Art erweitern kann: gleich zwei der bekanntesten Coffeshops Maastrichts sind hier zu finden.

Da wir minderjährige Kinder dabei hatten, verzichteten wir auf diese Erfahrung und spazierten lieber an der ehemaligen Festungsmauer entlang, von der aus viele romantische Sträßchen wieder zum Zentrum führen. Im sogenannten Jekerkwartier, dem „Quartier Latin“ von Maastricht, findet man vor allem viele Künstler sowie außergewöhnliche Restaurants und Hotels.


In der Bernardusstraat entdeckten wir die Galerie der Bildhauerin Anke van Kooten mit dem Namen „ik“ (= ich) und dem schönen Hinweis „geöffnet, wenn ich da bin“. Leider war sie nicht anwesend, so dass wir ihre Exponate nur durch das Fenster bewundern konnten.
Einige Häuser weiter stießen wir auf das belgisches Restaurant „Witloof“ mit einem umfangreichen Angebot an belgischen Bieren und Speisen und außergewöhnlichen Werbetafeln: „Keine Panik, unsre Mahlzeiten werden schneller serviert als unsre Regierung gebildet wurde“ und „Wer einmal hier gegessen haben, vergisst Sonja Bakker“ – Eingeweihte wissen, das es sich bei dieser Dame um eine aus TV und diversen Büchern bekannte Ernährungsberaterin handelt, deren Credo lautet: „wenn sie Hunger haben, genießen sie dieses Gefühl, es zeigt Ihnen, dass Ihre Fettverbrennung in Gang kommt.“
Leider hatten wir schon gegessen und wenn man in Belgien wohnt, wäre es schon ein bisschen pervers, nach Holland zu fahren um belgisch zu essen aber eigentlich würde mich das Lokal schon reizen .... nächstes Mal dann.






Sonntag, 11. Mai 2008

An Muttertag auf Safari – Le Monde sauvage




Man schreibt den 11. Mai im Jahre des Herrn 2008, es ist Muttertag, Erstkommunion und Pfingsten zugleich und ganz Belgien macht sich auf den Weg zur Küste. Ganz Belgien? Nein, ein paar Unverbesserliche aus einem Dörfchen in Limburg entscheiden sich für die entgegengesetzte Richtung und machen sich auf Richtung Liege (Lüttich), in den Safaripark Monde Sauvage bei Aywaille, wo wir uns mit Freunden aus Brüssel verabredet haben. Ein weiser Entschluss, denn die Schlange am Eingang hält sich im Rahmen des Erträglichen und mit der Pluspunktenkarte der hiesigen Supermarktkette Delhaize erhalten wir sogar 30% Ermäßigung auf den Eintrittspreis. Allerdings könnte die Beschilderung besser sein, auf der Website wird lediglich die Autobahnausfahrt angegeben, von dort an fehlt dann jegliche Ausschilderung bis kurz vor dem Eingang – ohne Navi fast unauffindbar.

Den Beginn macht eine ca. 40minütige Safaritour mit dem eigenen Wagen durch offenes Gelände, auf dem man sich zwischen Gnu- und Antilopenherden und ausgesprochen neugierigen Zebras hindurchschlängelt. Den Nilpferden ist es zu heiß, sie strecken höchstens mal die Nüstern aus ihrem schlammigen Pfuhl. Die Kinder sind begeistert, v.a. als ein besonders aufdringliches Zebra seinen Kopf durchs Autofenster steckt.

Anschließend parken wir die Autos und stärken uns erst einmal mit einem ausgiebigen Picknick – Sitzgelegenheiten gibt es genug vor dem eigentlichen Zoogelände.

Der Zoo selber führt wie alle Zoos auf ca. 1,5 km Länge an verschieden Gehegen mit Tigern, Pumas, Panthern, Eis- und Braunbären vorbei, er ist sehr grün gehalten, fast jede Tierart hat ein kleines Waldgrundstück für sich alleine. Als besondere Attraktion gelten die Tiershows, in denen man radfahrende Papageien und tanzende Seelöwen bewundern kann sowie eine Falknershow mit Falken, Eulen, Bussarden und Adlern.

Das einzige Restaurant des Parks ist allerdings sowohl kulinarisch als auch von den Sanitäranlagen her der totale Flopp, nicht einmal der Kaffee ist genießbar. Dafür liegt direkt daneben ein geräumiger und gut unterhaltener Spielplatz für Kinder und ein Streichelzoo mit Esel, Rehen und v.a. Unmengen von Ziegen, die zu dieser Jahreszeit reichlich Nachwuchs spazieren führen, der sich dann je nach Temperament mehr oder weniger willig in streichelnde Kinderarme zwingen läst.










Alles in allem ein lohnendes Ausflugsziel, das mit 1-1,5 Stunden Autofahrt von Hasselt, Brüssel oder Aachen aus erreichbar ist. Der Park liegt ganz in der Nähe der Grotten von Remouchamps und man kann sogar kombinierte Eintrittskarten erwerben.