Dienstag, 2. Oktober 2007

Die Elefanten sind los


Gestern war schulfrei und so fuhr ich mit dochterlief nach Antwerpen in den Zoo. Wir nahmen den Zug, denn der Tierpark liegt direkt gegenüber vom Antwerpener Hauptbahnhof. Schon der Anblick der imposanten Bahnhofshalle mit den Säulengliederungen an den Wänden und der goldglitzernden Uhr ließ dochterlief andächtig staunen: „so schön wie in einer Kirche“ murmelte sie und ließ sich nur mühsam nach draußen in den Regen locken. Draußen auf dem Astridplein gab es das nächste Highlight zu bestaunen: eine Herde hölzerner Elefanten wurde gerade sorgfältig verpackt auf Lastwagen gehievt.



Sie sind das Werk des südafrikanischen Künstler und Menschenrechtsaktivisten Andreis Botha, der sie unter dem Titel "You can buy my heart and my soul“ ursprünglich für das Kunstprojekt Beaufort 2006 am Strand von De Panne geschaffen hatte.

Der Zoo von Antwerpen hatte die neunköpfige Elefantengruppe angekauft, um sie von April bis Ende September auf dem Königin-Astrid-Platz zwischen Zoo und Hauptbahnhof auszustellen. Somit huldigt er zum einen dem internationalen Jahr des Elefanten, zum anderen passten die hölzernen Dickhäuter hervorragend zum Projekt 'O Dierbaar Antwerpen', dass sich dem Thema „Tiere als Freunde der Menschen“ widmete. Der Titel ist ein nicht übersetzbares Wortspiel mit „dier“ (= Tier) und „dierbaar“ (= teuer, wert lieb). Ganz abgesehen von ihrem symbolischen Wert verliehen die Holzskulpturen der jahrelangen Großbaustelle Astridplein ein etwas freundlicheres Gesicht. So oft wie in diesem Jahr ist dieser Platz sicher nie zuvor fotografiert worden. Schade eigentlich, dass sie wieder nach Planckendael müssen.

Spannend bleibt auch, ob es denn bald echten Elefantennachwuchs geben wird: Zuchtbulle Alexander aus dem Zoo Rotterdam weilte ebenfalls seit April im Zoo von Antwerpen, um den dortigen Elefantenweibchen zu Nachwuchs zu verhelfen. Die entsprechenden Versuche kann jeder Zoobesucher am Elefantengehege auf Video bewundern – dochterlief war schwer beeindruckt. Vor allem, weil Elefantendame Phyo Phyo die ersten Annäherungsversuche des großen Alexander mit einer spontanen Blasenentleerung quittierte. Erste euphorische Meldungen, wonach Phyo Phyo schwanger sein sollte – es gab sogar ein Elefantenultraschall im Net zu bewundern – wurden inzwischen dementiert. Vorläufig also kein Geschwisterchen für die zweijährige May Tagu. Nun setzt der Zoo alle Hoffnungen auf Tante Yu Yu Yin. Oder Oma Dumbo. In wenigen Wochen werden wir es wissen.