06.01.2007
Seitdem unsere Tochter in den Kindergarten geht, habe ich mehr von den hiesigen Gebräuchen und Traditionen gelernt als in den ganzen Jahren davor – vom Vokabular ganz zu schweigen.
Jedenfalls verkündete sie dieses Jahr, dass ich unbedingt eine „Driekoningentaart“, also einen Dreikönigskuchen backen müsste. Mit Bohne drin. Und sie will der König sein.
Das ist ein ganz netter Brauch, man bäckt eine Torte zu Dreikönig und versteckt eine Bohne im Teig, wer diese dann in seinem Kuchenstück findet, ist der König für den Tag. Viele Bäckereien bieten schon fertige Torten an, der Optik wegen ist statt der Bohne meist eine kleine Figur eingebacken. Einen ganz besonderen Kuchen schuf der Brüsseler Bäcker Marc Debailleul, er versteckte vor 2 Jahren Diamanten im Wert von 10.000 € in seinen Dreikönigskuchen, die natürlich reißenden Absatz fanden.
Nun besteht eine klassische Dreikönigstorte aus Mürb- oder Blätterteig mit Frangipanefüllung (Mandelcreme), ist also eine recht pappige und kalorienreiche Angelegenheit. Dochterlief mag gar keinen Blätterteig, also durchsurfte ich diverse Rezeptdatenbanken nach einer blätterteigfreien Variante und wurde tatsächlich fündig. Zutaten zum Glück alle im Haus, also flott den Teig gerührt, Bohne rein und ab in den Ofen. Sah sehr lecker aus und duftete köstlich.
Nur – es war eine sehr große Torte. Und wir sind nur 3 Personen. Und natürlich wurde die Bohne beim ersten Tortenanschnitt am Dreikönigsmorgen nicht gefunden. Auch nicht beim zweiten. Am dritten Tag konnte keiner mehr Torte sehen. Am vierten Tag endlich fand sich die Bohne im Tortenstück für GöGas Lunchbox.
Eine belgische Freundin, der ich die ganze Misere erzählte, schlug nur die Hände über dem Kopf zusammen und meinte, warum ich denn nicht die Backform an der Bohneseite gekennzeichnet hätte? Sie hat drei Kinder und o Wunder – in ihrer Torte finden sich jedes Jahr 3 Figürchen die immer auf dem richtigen Teller landen. Selbstverständlich hat sie dann auch 3 Papierkronen für die Kiddys parat. Die hatte ich natürlich auch vergessen.
Nun gut, für’s nächste Jahr weiß ich es dann.
Ach ja, wer es nachbacken möchte, hier die Übersetzung des Rezepts:
175 g weiche Butter
400 g Mehl mit Backpulver
4 Eier
300g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
100g gem. Mandeln
Für die Deko Puderzucker, Kakao, ganze Mandel und natürlich: die BOHNE!
2 der Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Die Butter mit Zucker, Vanillinzucker, den Eigelb und den restlichen Eiern schaumig rühren. Mehl und Eischnee unterheben. Teig in bebutterte runde Backform (28 cm) geben, Bohne verstecken (und merken!), ca. 60 Minuten bei 175C backen (Stäbchenprobe). Nach dem Backen den ausgekühlten Kuchen mit einem Kronenmuster aus Puderzucker und Kakao verzieren.
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