Seit dochterlief zur “school” (Kindergarten) geht, ist sie verliebt in einen gewissen A. Der hatte sie am ersten Tag gegen die Rabauken auf dem Spielplatz verteidigt. Seitdem sind sie unzertrennlich und verbringen auch manche Ferientage miteinander. Das Verhältnis währt nun schon zweieinhalb Jahre und dochterlief drängt immer mehr darauf, nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen: sie will “trouwen” (heiraten)! Und endlich Mama werden. Leider ist das Objekt der Begierde davon gar nicht angetan. Er wolle nicht trouwen. Und auch kein Papa werden. Niemals. Und verliebt sei er auch nicht.
Nun ist in letzter Zeit immer öfter von einem S. die Rede. Der geht in die gleiche Klasse wie die beiden. Und im Gegensatz zu A. steht er zu seinem Gefühlen. Kürzlich fragte er meine Tochter, “ob er denn verliebt in sie sein dürfe?” Er würde auch sehr gerne trouwen wollen. Und Papa werden auch. Die Bitte wurde ihm großzügig gewährt. Denn dochterlief hat den Pragmatismus der Mama geerbt. Und wie heißt es so schön: der Spatz in der Hand …
Begehrt werden macht offenbar begehrenswert. A. gefiel diese Entwicklung gar nicht und nun wetteifern beide Herren mit selbst gesammelten Steinchen, Blättern und selbstgemalten Bildchen um die Gunst der Dame. Seitdem filze ich ihre Kleidung vor dem Waschen immer besonders sorgfältig. Denn ich will ja nicht, dass irgendwelche tintigen Liebeschwüre meine Kochwäsche versauen.
Dochterlief sieht das alles ganz easy. Für heute hat sie vorsichtshalber 2 Valentinsherzen gebastelt. Eines für A. und eines für S. Denn man weiss ja nie …
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