Mittwoch, 7. Oktober 2009

Rogier van der Weyden in Leuven

Mittwoch war schulfrei und ich nutzte den Tag zu einem Bildungsausflug nach Leuven. Dort feierte das Stadtmuseum M seine Wiedereröffnung mit einer Ausstellung über Rogier van der Weyden. Das Museum liegt ca. 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof Leuven entfernt mitten in der Innenstadt. Die belgische Bahn bietet ein Tagesticket (Fahrt + Eintritt) zu ermäßigten Preisen an. Wegen des großen Andrangs werden die Eintrittskarten nur in Zeitblöcken ausgegeben, der Besucherstrom hielt sich aber an diesem Mittwochvormittag in Grenzen, so dass wir ohne Wartezeiten eingelassen wurden, obwohl unser Zeitblock eigentlich erst später begann.
Wir statteten uns gegen eine Leihgebühr von jeweils 2 Euro mit einem Audiogids in NL und D aus, in dem die Hauptwerke ausführlich besprochen werden. Die niederländische Version ist außerdem noch mit einigen kurzweiligen Hörspielen und Liedern ausgestattet, für Besucher, die ganz viel Zeit mitbringen. Für Kinder gibt es außerdem noch ein Büchlein mit Ratespielen zu den ausgestellten Objekten (nur auf NL). Außerdem erhält jeder Besucher einen kurzen Führer (wahlweise in D, NL, FR und E) mit einem Grundriss des Museums und kurzen Informationen über die Herkunft der Objekte.
Die einzelnen Gemälde, Skulpturen und Stiche waren sehr gut präsentiert, sowohl von der Ausleuchtung als auch vom Raum her. Selbst wenn mehrere Besucher gleichzeitig vor einem Gemälde standen, konnte man immer noch etwas sehen. Die Beschriftungen beschränkten sich auf die Nennung von Künstler, Bildtitel und Aufbewahrungsort, ohne den Audiogids ist man also ziemlich aufgeschmissen.
Zu der Ausstellung ist bei Davidsfond ein großer Katalog erschienen mit hervorragenden Kunsttafeln, er kostet im Museum 59 €, ist aber gegen 10 € Aufpreis auch im Buchhandel erhältlich (in NL oder E). Der Katalog wiegt ca. 4,5 kg, etwas leichter ist die neuste Ausgabe der flämischen Kunstzeitschrift OKV, die Rogier gewidmet ist und ebenfalls im Museumsshop erhältlich ist.
Wir verzichteten auf den Besuch des Museumscafés und kehrten lieber in einem der zahlreichen Lokale in der Umgebung ein. Nach einem kurzen Bummel durch die beiden Einkaufsstraßen Bondgenotenlaan und Diestsestraat strebten wir dann Richtung Bahnhof, mit einem halben Kilogramm duftender Pralinen vom Chocoladenatelier „’t Zoet Mondje“ im Gepäck – ein winziger Laden voller Köstlichkeiten, die man probieren darf, bevor man kauft - denn danach kauft man garantiert.

Montag, 5. Oktober 2009

Das E-Portemonee – Limburg versilbert umweltgerechtes Handeln

Wer sich aktiv für den Umweltschutz einsetzt, kann in sieben Gemeinden Limburgs künftig bares Geld sparen. An der Initiative „e-portemonee“ nehmen bislang Diest, Lommel, Overpelt, Hechtel-Eksel, Houthalen-Helchteren, Zonhoven und Leopoldsburg teil. Diese Gemeinden haben eine Liste von Aktivitäten zusammengestellt, mit denen man Punkte verdienen kann. So liefert ein Anti-Reklame-Sticker auf dem Briefkasten bereits 500 Punkte jährlich, wer seine Küchenabfälle im eigenen Garten kompostiert, kann jährlich 200 Punkte erwerben. Auch der Wechsel zu einem grünen Stromanbieter, der Einbau von Solarzellen oder die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks bringt Punkte, die auf einer elektronischen Sparkarte gesammelt werden. Diese Punkte können dann gegen Sparglühlampen, Batterielader, Kompostbehälter, Wander- und Radkarten, Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder für Schwimmbad, Kino und Theater eingetauscht werden. Jede Gemeinde entscheidet selber, welche Aktivitäten sie ins Programm aufnimmt.
Die Aktion begann bereits Ende 2006 in Overpelt, nach und nach kamen weitere Gemeinden hinzu. Bei uns funktioniert es noch nicht so richtig. Beginn Oktober wurden die Bürger per Gemeindezeitung zur regen Teilnahme aufgefordert, aber als ich dann voller Enthusiasmus am Gemeindeamt meine Punkte für Anti-Reklamesticker und Kompost einfordern wollte, stellte sich heraus, dass das Computerprogramm zur Punkteverwaltung noch gar nicht vollständig installiert war und die meisten Mitarbeiter damit leicht überfordert waren. Erfreulicherweise ging die Funktion „öffentlicher Nahverkehr“ und so konnte ich dann zwei Tage später mit immerhin 5 Euro Nachlass zur Rogier-Ausstellung fahren – umweltfreundlich mit dem Zug, versteht sich.

Sonntag, 20. September 2009

Tag der essbaren Landschaft II

Wir waren mal wieder in Bokrijk. „Dag van de eetbare landschap“ nennt sich das jährlich wiederkehrende Ereignis Ende September im Freilichtmuseum Bokrijk. Zwischen Erntedank und Herbstanfang präsentieren Bauern, Pflanzen- und Gemüsezüchter, Imker, Kräuterweiblein, Metzger und Bäckereien aus der Umgebung ihre Erzeugnisse.

Es gibt Workshops über Kräuterkunde und Bierbrauen, überall darf man probieren und heute wurden sogar 3000 l Chicoree-Suppe gratis ausgeschenkt, die nicht nur den Zweibeinern schmeckte.

Der Andrang ist v.a. bei schönem Wetter ungeheuer, da wir als Inhaber eines Bokrijk-Abonnements keinen Eintritt bezahlen müssen, nutzen wir diesen Tag nur, um unsere Vorräte an Senf und Honig aufzustocken und nach der Suppe noch eine Riesenportion köstliches „hoeveijs“ zu verzehren, um dann spätestens um 14:00 das Weite zu suchen.

Donnerstag, 20. August 2009

Mit Kissen unterwegs in Hasselt



Heute besuchten wir das Stadtmuseum in Hasselt. Es beherbergt keine besonderen Kunstschätze, sondern ausschließlich Objekte, die für die Stadtgeschichte von Hasselt von Belang sind. So kann man einiges über die Herkunft der Straßennamen und die Ausbreitung der Stadt vom Mittelalter bis in die Gegenwart erfahren. Was das Museum aber vor allem für Kinder besonders attraktiv macht, sind nicht nur die vielen interaktiven Computeranimationen, sondern vor allem das „Mussenkussen“: das ist ein bunter Rucksack mit einem Kissen daran, auf dem man sich zwischendurch ausruhen kann, prallgefüllt mit allerlei Spielzeug, mit dessen Hilfe man zahlreiche Rätsel während des Museumsbesuchs lösen kann. Eine „Mus“ ist nämlich ein Spatz, und so verwandeln sich die Kinder in kleine Vöglein, die als „stadsmus“ durch die einzelnen Abteilungen flattern, per Audiogids ihre Aufgaben erhalten und so spielerisch einiges über das Stadtleben in früheren Zeiten lernen, wie man wohnte, lebte, arbeitete und auch feierte. Dochterlief war jedenfalls hin und weg und geschlagene zwei Stunden gut beschäftigt.
Der Eintritt ins Museum ist gratis, für das „Mussenkussen“ und den Audiogids bezahlt man eine bescheidene Miete von 1€.

Montag, 17. August 2009

Fotos aus London - 13. bis 16. August 2009




























































































Sonntag, 26. Juli 2009

Kunst in Gent

5 Tage lang waren wir schon kinderlos, denn dochterlief war mit dem Chiro auf Bivak. Heute Nachmittag war dort Besuchstag und so beschlossen wir, bereits in der Frühe abzufahren und uns einen schönen Tag in Gent zu machen. Wir entschieden uns für das Gebiet rund um den Citadelpark . Sonntag Vormittag ist es auch kein Problem, einen (kostenlosen) Parkplatz direkt zwischen den beiden Kunstmuseen, dem Museum für schöne Künste (MSK) und dem Städtischen Museum für aktuelle Kunst (S.M.A.K.) zu finden.
Nach einem ausgiebigen Bummel durch die hellen frisch renovierten Säle des MSK stärkten wir uns mittags im zugehörigen Bistro Mub’art, das man allerdings auch erreichen kann, ohne ins Museum gehen zu müssen.
Anschließend spazierten wir noch durch die Overpoortstraat bis zur St. Pietersabtei, die inzwischen ebenfalls in ein Museum umgewandelt wurde und den Beginn des Universitätsviertels markiert. Unter der Woche herrscht hier ein reges Treiben und zahlreiche Cafés und Kneipen laden zum Verweilen ein, Sonntags war es eher ausgestorben, so dass wir zum Abschluss lieber noch eine Runde durch den Citadelpark drehten. Verlaufen ist in Gent übrigens praktisch unmöglich, da man an fast jeder Straßenecke auf handliche Wegweiser stößt.

Dienstag, 23. Juni 2009

Shopping in Antwerpen

Eigentlich wollte ich nur unsere Urlaubsreise nach London vorbereiten, doch beim Kauf eines Londonführers aus der Reihe 100% stedengids erhielt ich die Ausgabe Antwerpen gratis dazu. Ein handliches Büchlein mit Stadtteilplänen und jeder Menge Tipps zum Ausgehen, Speisen oder Shoppen. Das Wetter war schön, ich hatte Zeit, also entschloss ich mich, meiner Lieblingsstadt wieder einen Besuch abzustatten und die Tauglichkeit des Führers zu testen. Zunächst schlenderte ich ein wenig im noblen Viertel „t’Zuid“ rund um das Museum für schöne Künste herum, in dem sich in der letzten Zeit etwas ausgefallenere Geschäfte für Mode, Accessoires und „Lifestile“ etabliert haben.
Kochbegeisterte finden „Antwerps kookhuis“ in der Terninckstraat wirklich alles: edelstes Kochgeschirr und Luxuherde, aber auch nette Kleinigkeiten und Accessoires für die Küche wie z.B. einen „Männeke-Piss“ Plätzchenausstecher.
Weniger begeistert war ich von der „princes op de erwt“, ein Laden für ausgefallene Baby- und Kinderkleidung, der im Führer als abslout „hipp“ und „must-have“ beschrieben wurde. Ein Babylätzchen ab 26€ aufwärts gehört nun nicht wirklich zu den Dingen, die ich absolut haben muss.

Wunderschönes und nicht überteuertes Spielzeug findet man dagegen in der Nähe der Haupteinkaufsstraße Meir: in der Leopoldstraat 23 liegt „den Olifant“, ein wunderschöner Laden mit einem riesigen Sortiment an „ökologisch und pädagogisch wertvollem“ Spielzeug – es gibt auch eine große Auswahl entzückender Post-und Glückwunschkarten. Direkt daneben befindet sich der ehemalige botanische Garten „Kruidentuin“, ein kleiner lauschiger Park mit einem großen Gewächshaus für Kakteen. Ein idealer Platz, um sich mit einem Picknickbrot oder der Tageszeitung auf einer der sonnigen Bänke auszuruhen. Wer gerne etwas gehaltvoller (und teurer) speist, kann im „het gebaar“ einkehren, dem Lokal von Roger Vandamme, einem der kreativsten Küchenchefs von Antwerpen. In der ehemaligen Gärtnerwohnung werden Bistrogerichte oder Sandwiches und ausgezeichnete Patisserie serviert.